Was summt denn da?

Wenn es um Insekten geht, haben viele Menschen eher negative Assoziationen: Sie denken an stechendes, beißendes und saugendes „Ungeziefer“. Dabei haben die Insekten in unserer Tier- und Pflanzenwelt ganz viele wesentliche Aufgaben: Insekten bestäuben die Blüten und sie sind Nahrungsgrundlage für Vögel, Fische, Lurche, Kriechtiere, Fledermäuse und andere Säugetiere.

Der entomologische Verein Krefeld hat 2017 eine Studie veröffentlicht, die beweist, dass:

der Fluginsektenbestand über 27 in GESCHÜTZTEN Gebieten Krefelds und Umgebung um 75% zurückgegangen ist. 

 

Das hat Folgen, denn Insekten...

·         fressen Schädlinge

·         sind Nahrung vieler Vögel usw. 

·         und dienen als Bestäuber von Pflanzen - 80% der Wild- und 35% der Nutzpflanzen Deutschlands sind direkt von ihrer Arbeit abhängig! Das spart übrigens jährlich ca. 14,2 Mio Euro... Wissen, dass man manchmal ganz überzeugend klingt ;)

Kurz: wir brauchen Insekten!

 

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum unsere Insekten schwinden. 

Wir haben viele große bewirtschaftete Kulturlandschaften. Dort, wo intensiv synthetischer Dünger und Pestizide genutzt wird, können viele insektenfreundliche Pflanzen nicht überleben. Pestizide und nährstoffreiche Böden richten sich nämlich gerade gegen Wildpflanzen oder Pflanzen, die nährstoffarme Böden lieben. Nahrung und Lebensraum für Insekten wird knapper.

Aber auch Neonikotinoide, Beizmittel für Saatgut, das von Bienen über die Pollen aufgenommen wird, sorgen für Gedächtnisprobleme. Ihre Orientierung, Kommunikation, Fruchtbarkeit und Fitness leiden stark darunter. Oft finden sie zum Beispiel nicht mehr den Rückweg zum Stock und verenden. Das Bienenvolk wird schlechter versorgt - und immer öfter mit Pollen, in denen ebenfalls das Kontakt- und Fraßgift enthalten ist. 

 

Was kann also getan werden?

 

·         innerhalb der Politik:

o    Insbesondere in (der Nähe von) Schutzgebieten sollte ohne großen Dunger-/Pestizideinsatz gewirtschaftet werden.

o    Der BUND Krefeld hat vor Monaten eine Nachfrage an die Stadt gesendet, wie sie öffentliche Flächen bewirtschaftet (Dünger-? Pestizideinsatz?)

·         bei dem Verbraucher:

o    Nahrungsmittel: Bio- (keine chemisch-synthetischen Dünger, Pestizide, Neonikotinoide, stattdessen Fruchtfolgen)/ regionale (kürzere Transportwege)/ saisonale (nicht aus ausländischen Monokulturen) Lebensmittel; Säfte von Streuobstwiesen kaufen

o    Gärten: insektenfreundliche Lebensräume schaffen...

 

...und diesbezüglich hat Inga Dohrmann viele Vorschläge gesammelt:

 

Nahrung: Es sollte darauf geachtet werden, dass die Blütenpflanzen noch Staubblätter oder Nektar enthalten (also die Blüten ungefüllt und nicht züchterisch verändert sind). Abgesehen davon wären Insekten sehr erfreut, wenn von April bis Oktober immer etwas blühen würde!

Lebensraum: Es muss nicht immer ein Insektenhotel gebaut oder gekauft werden, da können schon ein Fels- oder Totholzstapel sowie Wege mit Fugen hilfreich sein. 

 

 



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