Zur Entwicklung der Krefelder Innenstadt schlägt die BUND Kreisgruppe Krefeld folgende Maßnahmen vor:

a)     Dem ÖPNV sollte Vorrang eingeräumt werden. Gerade durch die Nähe zum Ostwall bietet sich die Innenstadt zur Nutzung des ÖPNV an. Damit würde sich auch der Druck durch den Verkehr entspannen.

b)     Die Beibehaltung und Schaffung von Einbahnstraßen und Sackgassen und die konsequente Freihaltung der Schienenwege von Individualverkehr und Linksabbiegern würden den ÖPNV konkurrenzfähiger machen hinsichtlich der Fahrtzeiten und Pünktlichkeit, gleichzeitig aber auch Bereiche z. B. für Spielstraßen und leise, unentgeltliche Freizeitbeschäftigungen (Boule etc.) schaffen.

c)     Wir sehen beim Einzelhandel den starken Konkurrenzkampf zum Onlinehandel, aber auch untereinander. Ein Weniger an Geschäften könnte den Druck nehmen, gleichzeitig würde mehr Raum für qualitativ und ökologisch hochwertige Produkte, für Kleinhandwerk und Wohnen frei.

d)     In keinem Fall darf die erneute Öffnung für den KFZ-Individual-Verkehr in Fußgängerzonen erfolgen. Dies wäre nicht nur rückständig, sondern angesichts der hohen Luft- und Lärmbelastung in der Innenstadt und der erwiesenen Klimaschädlichkeit der fossilen Energieträger, mit denen diese Fahrzeuge angetrieben werden, nicht zu vertreten.

e)     Fahrzeuge, die in die Innenstadt wollen, sollten gezielt zu Parkhäusern oder Anwohnerparkplätzen geleitet werden. Denn wer mit einem KFZ, insbesondere einem SUV oder Kleinbus in die Innenstadt fährt und vor den Geschäften einen Parkplatz beansprucht, nimmt Raum für Kleinfahrzeuge (Fahrräder, Kinder-wagen, Rollatoren, Scooter, Segways etc.) und Fußgänger in Beschlag, stellt ein Sicht- und Lichthindernis sowie einen überdimensionalen Gefahrenpunkt dar und offenbart so das soziale Ungleichgewicht.

f) Die Parkhäuser könnten gegen eine Leihgebühr Fahrräder, Golfwagen, Fahrrad-Rikschas, Elektromobile oder Rollatoren anbieten. Dies würde auch Arbeitsplätze schaffen.

So könnte der Besuch der Innenstadt zu einem richtigen Event werden, ohne dass er tagsüber und nachts zu weiterer Erhöhung der Luft- und Lärmbelästigung führt.

 

 

Literaturtipps:



Stadtgrün ohne Pestizide für mehr Bestäuberschutz

Zukunftsfähige Kommune
Wie der BUND Nachhaltigkeit in die Stadt bringt

Gutes Leben ohne Bauen

Kommunale Suffizienzpolitik
Strategische Perspektiven für Städte, Länder und Bund

Gutes Leben für alle
Eine Einführung in die Suffizienz



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