Wasser und Grundwasser

 

 

 

E-Mail vom 08.07.2019 an Oberbürgermeister Frank Meyer und die Ratsfraktionen Krefeld

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Meyer,

sehr geehrte Damen und Herren,

die immer noch fehlenden Wasserschutzgebietsausweisungen (Verordnungen) für die Wassergewinnungsanlagen (WGA) Forstwald und In der Elt haben uns bewogen, mit beiliegendem Brief bei der Umweltministerin nachzufragen, wie es mit der landesweiten Wasserschutzgebietsverordnung steht.

Darüber hinaus hat der BUND über das Wasserbuch beim RP Düsseldorf einen Einblick in die Wasser-Entnahmerechte Dritter genommen. Dabei konnte festgestellt werden, dass neben den im Wasserversorgungskonzept aus 2018 genannten Entnahmerechten der SWK/NGN für Trinkwasser u.ä. noch weitere Entnahmerechte Dritter in ähnlicher Höhe bestehen:

<colgroup><col width="330" /><col width="179" /></colgroup>

Entnahmeberechtigte

m³/a

Industrie/Gewerbe

16.477.202

Landwirtschaftliche / gärtnerische Nutzung

     449.641

Trinkwasser

19.400.000

Summe

36.926.843

Diese Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist davon auszugehen, dass noch sehr viel mehr Entnahmerechte bestehen.

Da u.a. bereits in 2001 die Grundwasserneubildungsrate um die WGA In der Elt ausgeschöpft war, ist unverständlich, warum trotzdem immer weiter Entnahmebewilligungen/-erlaubnisse ausgesprochen werden.

Auch gibt es Widersprüche zum Wasserversorgungskonzept, das uns als umweltrelevante Information immer noch nur als Entwurf vorliegt.

Doch nicht nur die Entnahmebewilligungen/-erlaubnisse etc. sind kritisch zu sehen, auch die ständig zunehmende Versiegelung durch Ausweisung von Neubaugebieten verhindert die Neubildung von Grundwasser. Das kann  durch Versickerung von Regenwasser- das kaum fällt - nicht aufgefangen werden. Ebenso führt der Verlust von Bäumen/Wald dazu, dass Wasser nicht gespeichert wird.

Um die Wasserversorgung der Stadt Krefeld und insbesondere der Bevölkerung Krefelds sicher zu stellen, aber auch um den Klimawandel zu begegnen , sind weitere Entnahmerechte und Versiegelungen zu stoppen.

Wir fordern daher die Stadt Krefeld auf,

a) keine weiteren Entnahmerechte auszusprechen

b) auch das teure Gut Trinkwasser einzusparen.

c) keine weiteren Versiegelungen wie v.a. in den Wassergewinnungsgebieten Forstwald, Gellep-Stratum, Hüls, Oppum,Linn und Fischeln zuzulassen.

Anstatt dessen bedarf es der Aufforstung dieser Gebiete, denn Bäume speichern nicht nur CO2, sondern auch Wasser, und sorgen in Hitzeperioden für Verdunstungskühle.

d) das Wasserversorgungskonzept der Stadt Krefeld zu überarbeiten und öffentlich zu diskutieren (nur so kann Bewusstein geschaffen werden). Bisher lag es der Öffentlichkeit nur im Entwurf vor.

Wir bitten um Mitteilung, wie Sie ansonsten unsere Lebensgrundlage Wasser zu schützen beabsichtigen. Die bisherigen Maßnahmen reichen offensichtlich nicht.

Mit freundlichen Grüßen

BUND Kreisgruppe Krefeld

Angelika Horster

Prinz-Ferdinand-Str.122

47798 Krefeld

 

Am Do. 31.01.2019 im Südbahnhof Krefeld: 

Trinkwasser in Krefeld

Kamingespräch mit Angelika Horster und Dr. Harald Friedrich

Dabei ging es unter anderem um folgende Fragen:

  • Ist genug Wasser für uns in der Erde?
  • Welche Belastungen des Wassers werden erfasst, welche nicht?
  • Ist die Trinkwasserbehandlung in Krefeld ausreichend?
  • Wie steht es um Altlasten im Boden, die Einfluss auf die Qualität des Wassers haben?
  • Haben wir genügend Wasserschutzzonen?

 

 

Steter Tropfen höhlt den Stein - aktiv werden für den Grundwasserschutz vor Ort

BUND-Grundwasserbroschu__re-160118-WEB-A4.pdf

Stand und zukünftige Entwicklung der Wasserversorgung für Krefeld 2018

180620_Wasserversorgungskonzept_1Krefeld.pdf

9. August 2018

Schreiben an die Umweltministerin von Angelika Horster

Wasserschutzgebiete und Wasserversorgungskonzept Krefeld

Sehr geehrte Frau Ministerin Heinen-Esser,

im Juli wurde endlich von der Stadt Krefeld der Entwurf zum Wasserversorgungskonzeptvorgestellt.

Diesem ist u. a. zu entnehmen, dass wesentliche Wassergewinnungsanlagen in Krefeld nicht unter Schutz gestellt sind. Da insbesondere der größten Gewinnungsanlage - Forstwald - mit 5,4 Mio m3 Wasserrecht zum einen der Schutz durch eine Interglazialschicht fehlt, andererseits qualitätsmindernde Einflüsse durch Altlasten, Pestizideintrag und Versiegelung und Bebauung drohen, halten wir die Unterschutzstellung für dringendst erforderlich.

Die Stadt argumentiert, dass das Schutzzonenverfahren von Seiten der Bezirksregierung nicht eingeleitet wurde (Entwurf S20). Begründet wird dies von Seiten der Bezirksregierung mit Personalknappheit.

Angesichts der drohenden und teilweise bereits eingetretenen Qualitätseinbußen durch o. g. Einflüsse, aber auch angesichts der anhaltenden Trockenheit wird deutlich, dass dem Gewässerschutz - und hier v. a. dem Grundwasserschutz - höhere Bedeutung beigemessen werden muss. So kann die Stadt Krefeld zB nicht auf Wasserreserven in Talsperren zurückgreifen.

Zu den Auswirkungen des Klimawandels wird lapidar festgestellt (S. 35), dass in der fernen Zukunft Extremwerte auftreten könnten, die zu einem Grundwasserressourcenengpass in den Sommermonaten führen. Allerdings werden aus diesem nicht zukünftigen, sondern bereits gegenwärtigen Engpass keine Maßnahmen generiert. 

Auch basiert das Versorgungskonzept auf Zahlen bis 2015. Nach Einsicht in ELWAS gehen wir davon aus, dass auch aktuellere Zahlen, die zumindest seit 2017 bereits einen Trend zur Trockenheit ableiten lassen, vorhanden sind.

Vor dem Hintergrund, dass die Stadt die Einwohner um Wasserspenden für die Straßenbäume bitten musste, stellt sich die Frage, ob das durch die mangelnde Wasserversorgung in Krefeld zunehmende Baumsterben nicht absehbar war und entsprechende Maßnahmen und Ausstattung hätten vorgehalten werden müssen.

Die unzureichend beschriebenen Notfallmaßnahmen (Entwurf S.21-23.61) beziehen sich auf die Nutzung anderer in Betrieb befindlicher Brunnen- die aber bei Trockenheit genauso versiegen.

Von ungenutzten Ressourcen (S. 38) kann keine Rede mehr sein, wenn einerseits eine höhere Nachfrage besteht und andererseits die industriellen Wasserrechte weder genau beziffert noch eingeschränkt werden.

Wir bitten Sie nun,

a) Für eine schnellstmögliche Bearbeitung und Ausweisung von Wasserschutzgebietenzu sorgen.Dies könnte u.a. dadurch erfolgen, dass Anträge, die weitere Gewässerverschmutzung genehmigen sollen, später behandelt werden, oder Mitarbeiter aus anderen Fachbereichen wie z. B. den Immissionsschulzbehörden die Mitarbeiter aus dem Bereich Wasser bei den Wasserschutzzonen-verfahren unterstützen und somit keine weiteren Entnahmen und Verschmutzungen genehmigt werden, bevor der Grundwasserschutz und damit auch dieTrinkwasserqualität nicht gesichert sind.

b) Den von der Stadt Krefeld vorgelegten Entwurf zur gründlichen Überarbeitung zurückweisen zu lassen. Dabei sollte diese Überarbeitung nicht - wie im Umweltausschuss mitgeteilt - allein im nichtöffentlichen Kreis der AÖR stattfinden, sondern hier auch eine Beteiligung der anerkannten Naturschutzverbände erfolgen.Dieses Vorgehen entspräche auch dem Anliegen der EU-Kommission, die ohnehin dieGewässerqualität in NRW und anderen Bundesländern bemängelt und dazu Klageeingereicht hat.

In der Hoffnung auf Ihre Unterstützung und mit freundlichen Grüßen

Angelika Horster



Suche