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BUND Kreisgruppe Krefeld

Verkehr und Mobilität in Krefeld

Besonders wichtig für die Stadtplanung und den Schutz des Klimas ist die Auseinandersetzung mit Mobilitätskonzepten und die Eindämmung von Fahrzeugen, die mit fossilen Brennstoffen fahren. Der BUND Krefeld setzt sich für eine nachhaltige und zukunftsorientiere Verkehrswende ein.

Hintergrund-Informationen für ein Interview mit dem WDR Düsseldorf am 11.12.2019

Tempoerhöhung auf der Gath in Krefeld von 50 auf 70 kmh

BUND Kreisgruppe Krefeld zu Tempoerhöhung auf der Gath in Krefeld – 11.12.2019 Angelika Horster

 

Während im Bundesgebiet Temporeduzierungen nicht nur diskutiert, sondern auch zunehmend durchgesetzt werden, schreitet die Stadt Krefeld zurück und erhöht das Tempo auf innerstädtischen Straßen. Und das trotz erklärtem Klimanotfall im Rat im Juni diesen Jahres und Klimaschäden weltweit.

Höheres Tempo verbraucht mehr Kraftstoff – insbesondere bei SUVs -, emittiert mehr Schadstoffe, ist damit umwelt- und klimarelevant und führt bei tatsächlich flüssigem Verkehr zu mehr Fahrzeugen, die durch die Stadt getrieben werden.

Durch die Tempoerhöhung wird zusätzlicher Durchgangsverkehr zwischen den Autobahnanschlüssen befürchtet.

Doch wir gehen davon aus, dass die Tempoerhöhung den zunehmenden Verkehr nicht fließender macht.

Denn spätestens an der Kreuzung Kölner Straße, aber auch anderen Kreuzungen muss dem ÖPNV  (kreuzende Straßenbahn, Bus) ohnehin Vorrang gewährt werden. Auch dies sind Maßnahmen des Luftreinhalteplans, die für die Akzeptanz des ÖPNV sehr wichtig sind.

Somit führt die Tempoerhöhung nur zu mehr Beschleunigungs- und Bremsvorgängen, die wiederum vermehrt sowohl Stickoxid- als auch PM10- emittieren. Zudem kann es zu Unfällen größeren Ausmaßes kommen bei höherer Beschleunigung und höherem Tempo, z.B. wenn Fahrer noch schnell die Grünphase erreichen wollen.

Eventuelle Einsparungen durch technische Verbesserungen (wie Harnstoffeindüsung und Staubfilter) fangen die zusätzlichen Emissionen und Immissionen durch zusätzliche Fahrzeuge nicht auf. Der zusätzliche Feinstaub durch Reifen-, Brems- und Straßenabrieb wird von diesen Techniken ohnehin nicht reduziert.

Gutachten und Machbarkeitsstudie haben weder Stadt noch Bezirksregierung den beteiligten Umweltverbänden vorgelegt. Wir sind auch nicht dazu angehört worden. Das werden wir jetzt einfordern.

Die Temporeduzierung wurde 2010 im Rahmen des Luftreinhalteplanes, der wegen der PM-10 Überschreitungen im Hafen erstellt wurde und später auf das Stadtgebiet wegen der NOx-Überschreitungen erweitert wurde, ausgesprochen.

Nun von einer Reduzierung der Emissionen und damit Immissionen trotz erwiesenen Dieselskandals und zunehmenden Verkehrsaufkommens auszugehen, ist mehr als fragwürdig. Hierfür fehlen Belege und insbesondere kontinuierlich messende, straßennahe Messstationen.

Sich dabei auf vollkommen ineffiziente Messeinrichtungen und Messungen zu beziehen, zeugt nicht gerade von fachlicher Kompetenz.

PM 10 wird im Hafen seit 10-2013 nicht mehr kontinuierlich gemessen, sondern nur noch an der Hintergrundstation im Grünen in Linn, zudem nach einem anderen Messverfahren (wurde bereits in 2017 thematisiert), NOx wird auch nicht kontinuierlich, sondern mit Passivsammlern bestimmt: Sie werden für ca. 4 Wochen in einem Schutzgehäuse an den Messorten exponiert. In dieser Zeit nehmen die Sammler Stickstoffdioxid (NO2) aus der Luft auf. Nach einer Extraktion im Labor wird die Menge des gesammelten NO2 photometrisch bestimmt. Aus der gesammelten Stoffmasse und der Expositionszeit lässt sich unter Anwendung der Diffusionsgesetze die mittlere Konzentration an Stickstoffdioxid im Sammelzeitraum berechnen.

Die kontinuierliche Messung von PM10 an der Messstelle in Linn (Hintergrundmessstation im Grünen) ist für Aussagen an der Gath irrelevant.

Unsere Forderung nach Einrichtung kontinuierlicher Messstationen hat die Ministerin noch nicht konkret beantwortet. Sobald wir über Gutachten und Machbarkeitsstudie verfügen, werden wir dazu Stellung beziehen.

Des Weiteren möchten wir auf die zunehmende Lärmsituation hinweisen. Bereits im LAP 2017 wurden erhöhte Lärmwerte konstatiert. Mit der Zunahme von KFZ auf der Gath nimmt auch der Lärm zu. Für diese Zunahme sind die ursprünglich in den 80er und 90er Jahren errichteten Lärmschutzmaßnahmen nicht ausgelegt.

Daher kann die Umwelt- und Klimasituation nur durch verkehrsreduzierende und nicht durch verkehrsbeschleunigende Maßnahmen verbessert werden. Und Umwelt und Klima halten wir für wichtiger als nur auf Geschwindigkeit ausgerichtete Mobilität.

Mobilitätskonzept der Stadt Krefeld

Verkehrskonzepte - die auch umgesetzt werden - sind für eine Verkehrswende notwendig. Verkehrskonzepte - die auch umgesetzt werden - sind für eine Verkehrswende notwendig.  (Timelynx/Pixabay)

Das städtische Mobilitätskonzept wird mit der Beteiligung vieler Bürger und Fachleute in verschiedenen Stufen erarbeitet, die über den Link mitverfolgt werden können.

Dem Expertenbeirat gehört Karin Mast für den BUND Krefeld an.

Mobilitätskonzept Krefeld - Beschlussvorlage (PDF 1 MB)

Landesarbeitskreis Verkehr des BUND NRW

Im Landesarbeitskreis Verkehr-Stadtentwicklung-Flächennutzung treffen sich Menschen, die durch Studium, Arbeitsfelder und persönliches Engagement fachliches Wissen und Erfahrung einbringen.

Jede*r ist herzliche eingeladen daran teilzunehmen!

Die Termine der Sitzungen werden in der Regel halbjährlich gemeinschaftlich festgelegt und können gerne bei den Kontaktadressen nachgefragt werden. Wir treffen uns in der Landesgeschäftsstelle des BUND in Düsseldorf - immer an einem Samstag um 11.00 Uhr.

Mehr Informationen zum LAK Verkehr des BUND NRW

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Auch Fußwege sind bei der Mobilitätswende ein wichtiger Punkt. Auch Fußwege sind bei der Mobilitätswende ein wichtiger Punkt.  (RealAKP_Pixabay)

Bei der Arbeit des BUND Krefeld geht es in erster Linie um die nicht motorisierte Mobilität, ganz besonderes Augenmerk liegt dabei auf dm Fußverkehr, der bisher in der Öffentlichkeit kaum thematisiert wird, obwohl man Fuß-Etappen gar nicht entgehen kann!
Wir sammeln Infos zu dieser Thematik und posten Beispiele für fußgängerfreundliche Stadtplanungen aus aller Welt. Aber auch andere pfiffige Ideen zur Mobilität von morgen sind willkommen.

Vor abschreckenden Beispielen schrecken wir jedoch ebenso wenig zurück, denn damit wird überdeutlich, wohin wir auf keinen Fall wollen.

Ansprechpartner*innen sind Karin Mast (vorwiegend Fußverkehr) und Angelika Horster
sowie Karl-Heinz Renner und Axel Heimendahl (vorwiegend Radverkehr)

Alle sind zu erreichen unter bund.krefeld(at)bund.net.

Zu den aktuellen Meldungen und Stellungnahmen zum Verkehr und Mobilität.

Bereits 2017 hat der BUND Krefeld ein Kfz-Reduzierungskonzept erstellt, in dem Vorschläge zur Verkehrswende zusammengefasst wurden.

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