Kein Wasserstoff über fossile Energien

30. März 2026

Baustelle des geplanten Standorts  (© A. Horster)

Nachdem die Stadtwerke in 2025 die Errichtung eines Elektrolyseurs zur Herstellung von Wasserstoff beantragt hatten, bat der BUND Krefeld um Einsicht in die Unterlagen. Im Februar 2026 wurden die Umweltverbände um Stellungnahme gebeten. 

Die BUND Kreisgruppe Krefeld lehnt die Elektrolyse-Anlage zur Herstellung von Wasserstoff am Standort der Stadtwerke Krefeld als nicht genehmigungs- und zukunftsfähig ab. Wasserstofferzeugung mit Strom aus Erdgas- oder Kohleverbrennung ist nicht nachhaltig, sondern Verschwendung und klimaschädlich!

Hier einige Gründe für die Ablehnung aus der Stellungnahme des BUND Krefeld zum Verfahren:

Nicht klimaneutral, weil mit fossilem Erdgas und/oder Kohle erzeugt

Die Herstellung von Wasserstoff (H2) ist sehr energieintensiv und nur klimaneutral (grün), wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien erfolgt Zwar soll lt. Antrag der NGN vorrangig Strom aus erneuerbaren Energien dafür eingesetzt werden. Da aber die Versorgung der Busse Vorrang habe, könne auch Strom aus fossilen Brennstoffen wie Gas oder Kohle genutzt werden. Damit kann entgegen den in der Presse zitierten Aussagen des Unternehmens davon ausgegangen werden, dass es sich um grauen Wasserstoff - erzeugt unter Verwendung von Strom aus Erdgas bzw. Kohle - handelt. 

Angelika Horster vom BUND Krefeld sieht damit die Fördermittel in Frage gestellt: Wenn die Versorgung mit „grünem“ Wasserstoff aus erneuerbarer Energie nicht gesichert sei, setzt der Einsatz von Erdgas zusätzliches CO2 frei, - damit ist die Anlage nicht klimaneutral und  somit nicht förderfähig

Gefährliche Anlage neben Wohngebiet

„Ein Elektrolyseur ist auch keine harmlose Ergänzung einer Tankstelle, sondern eine störfallrelevante Industrieanlage. Für diesen Standort, der kein  Industriegebiet ist, mit so geringen Abständen zur Wohnbebauung sehen wir keine belastbare Grundlage“, erklärt Christoph Becker vom BUND Krefeld. Eine zusätzliche Anlage auf dem bereits stark bebauten Areal erhöhe die Gefährdungspotenziale für Schutzgüter und Nutzer*innen. Er fragt auch, warum der Wasserstoff aus der Kläranlage nicht für diesen Zweck genutzt wird.

Einsatz von demnächst verbotenem, klimaschädigendem Kältemittel

Als besonders kritisch bewertet der BUND den vorgesehenen Einsatz des fluorierten Kältemittel-gemischs, das über ein hohes Treibhausgaspotential verfügt. Die Kreisgruppe fragt, warum keine Alternativen nach Stand der Technik eingesetzt werden. Sie verweist auch darauf, dass fluorierte Gase letztlich zu Trifluoressigsäure (TFA) zerfallen und sich u.a. in Trinkwasser, Umwelt und Menschen anreichern; in eigenen Proben habe der BUND Krefeld in einem Gewässer nahe einer Brunnengalerie einen bereits sehr hohen TFA-Gehalt festgestellt. (Ergebnisse s.unter Projekte PFAS)

Die Stellungnahme finden Sie hier

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