Nein zum geplanten Surfpark in der Tageserholungsstätte am Elfrather See

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07.05.2026

Begründung zum Normenkontrollantrag eingereicht

Es hat nahezu fünf Wochen gedauert, bis die Stadt Krefeld nach unserem Antrag auf Akteneinsicht endlich die Unterlagen zum gesamten Bebauungsplanverfahren 836 (v) mit Errichtung eines Surfparks u.a. Einrichtungen - veröffentlichte und nicht-öffentliche - unserer Kanzlei zur Verfügung gestellt hat. Mit den Erkenntnissen aus diesen Unterlagen – v.a. den nicht veröffentlichten - wurde nun die bereits eingereichte Klageschrift u.a. zu folgenden Punkten begründet und erweitert:

  • Nach der Offenlage in 2022 wurden Gutachten nachträglich geändert und außerdem neue Gutachten erstellt. Diese sind von erheblicher Bedeutung für den Natur- und Umweltschutz. Doch warum wurde die Öffentlichkeit nicht informiert, die Umweltverbände nicht beteiligt und eine 2. Offenlage durchgeführt?
  • Viele Änderungen und Maßnahmen werden in einem Durchführungsvertrag behandelt, der aber nicht veröffentlicht wurde.
  • Es wurde z. B. der landschaftspflegerische Fachbeitrag mit den Ausgleichsmaßnahmen für die zahlreich zu fällenden Bäume erheblich geändert. Auch die Artenschutzmaßnahmen wurden geändert, teilweise verlagert.  
  • Die Prüfung der Klimaschutzvorgaben wurde  in einem neuen Gutachten behandelt. Auch daraus resultierte zwar die Feststellung, dass man mit der Planung gegen den Klimaschutz verstieße, dass der Surfpark aber im öffentlichen Interesse Vorrang habe. Welches öffentliche Interesse besteht hier?
  • Die Versorgung des Surfparks mit Wasser für das Becken und die Entsorgung dieses Wassers sind immer noch nicht geregelt.  
  • Die Verkehrsuntersuchung wurde ebenfalls geändert. Die neuen  Daten sind nicht öffentlich zugänglich gemacht worden, und Maßnahmen bleiben für die AnwohnerInnen weiterhin im Dunklen.
  • Ein Bodenmanagementkonzept mit der Behandlung der Altlast und der Verdichtung des Bodens wurde in 2023 neu erstellt, aber nicht veröffentlicht. Sollen hier neue Altlasten geschaffen werden?

Diese und weitere Punkte wurden mit weiteren formellen und materiell-rechtlichen Fehlern in der Begründung auf insgesamt 161 Seiten ausgeführt und kommentiert und damit die Unwirksamkeitserklärung des Bebauungsplanes 836 (v) begehrt.  

Wir warten nun auf die Reaktion des Antragsgegners - der Stadt Krefeld - und des Oberverwaltungsgerichtes Münster.

27.02.2026

Der BUND NRW reicht Klage gegen Surfpark ein  und stellt Eilantrag zum Baustopp wegen beginnender Bauarbeiten

Düsseldorf / Hamburg / Krefeld

Die Kanzlei Rechtsanwälte Günther, Hamburg, hat im Auftrag des BUND NRW gestern Normenkontrollklage beim Oberverwaltungsgericht Münster gegen gestern bekannt gegebenen Beschluss zum Surfpark am Elfrather See in Krefeld eingereicht.

Vertreten wird die Kanzlei durch Herrn Peters und Frau Dr. Verheyen.

Begründet wird dies u.a. mit 

  • Eingriffen in Natur und Landschaft
  • Erhebliche Klimaauswirkungen
  • Auswirkungen auf Verkehr und Wasser
  • formalen Fehlern bei der Öffentlichkeitsbeteiligung etc.

    Vor Ort  haben bereits erste Bauarbeiten begonnen, die aber nur schwer von Baumaßmaßnahmen zum Masterplan zu trennen sind. Zudem gab eine Pressemeldung der Stadt auch den zügigen Beginn bekannt. Darum stellte die Kanzlei gestern Abend auch Eilantrag gegen den Beginn bzw. die Weiterführung der Bauarbeiten.

    Hintergrund

    Mit der Offenlegung Bebauungsplanes 836 zur Änderung der Tageserholungsstätte am Elfrather See in 2022 wurde das Verfahren eingeleitet. Trotz wiederholter Hinweise der BUND Kreisgruppe Krefeld und seiner Mitstreiter vor Ort Fridays for Future und der Bürgerinitiative BIENE  auf die Umwelt- und Klimaschädlichkeit und einem in 2022 veröffentlichten Rechtsgutachten der Kanzlei  wurde der Plan weiterverfolgt und letztendlich im Juli 2025 vom Rat beschlossen. Nachdem die Bezirksregierung im Januar der mit dem Plan verbundenen Änderung des Flächennutzungsplanes zugestimmt hat (hier wird Allgemeinfläche zu privater Gewerbefläche umdeklariert) , wurde der Beschluss am 26.2.2026 nun bekannt gegeben.

05.03.2023

In der Tageserholungsstätte “Unten im Bruch“ am Elfrather See im Krefelder Nordosten ist auf einer öffentlichen Grünfläche von ca.  15 ha  ein Gewerbegebiet mit einem Campingplatz,  einem Surfpark und div. anderen Sportarten wie Skateranlage und Beachvolleyball geplant.

Der BUND Krefeld lehnt diese Planung ab, weil

  • dieses Projekt und ähnliche an  anderen Standorten in Deutschland  in völligem Widerspruch zu den von der Bundesregierung festgelegten Klimazielen stehen,  wonach ein sparsamer Umgang mit Flächen, Energie und Wasser anzustreben ist.
  • für dieses Vorhaben in Krefeld nach unserer Erhebung ca. 600 Bäume -  überwiegend aus den  80er Jahren und durch Baumschutzsatzung geschützt - gefällt werden sollen und mit erheblichem Natur- und Artenschwund zu rechnen ist.
  • Der Energieverbrauch (mind. 2,3 GWh allein für die Wellenmaschine) dieser Anlage das Klimaschutzkonzept der Stadt Krefeld so konterkariert, dass die Bürger der Stadt dafür Energie einsparen sollen.
  • Der Wasserverbrauch (ca. 50.000 m³ im Jahr) besonders in Hitze- und Trockenzeiten die Grundwasserverfügbarkeit u.a. für die Landwirtschaft und die Trinkwassergewinnung verringern wird,
  • damit der bisherige Zweck dieser Tageserholungsstätte für die Allgemeinheit erheblich beschnitten und entfremdet wird.
  • die Renaturierung dieser ehemaligen Kiesabgrabung  und die Schaffung eines Gebietes  für den Landschaftsschutz verbaut wird.
  • der zu erwartende, dadurch verursachte Verkehr (bis zu 1800 Besucher/Tag bzw. 200.000 / Jahr)  die gesamte Umgebung erheblich belasten wird. Die Stadt muss Straßen und Wege ausbauen, teilweise sogar sperren.
  • der Lärm und die Flutlichtbeleuchtung  dieser Anlagen eine Erholung der Allgemeinheit und Ruhe für die Natur nicht mehr zulassen wird.

Die Einwendungen des BUND und des Landesbüros der Naturschutzverbände gegen dieses Vorhaben  finden Sie hier.

Der BUND Krefeld arbeitet zu diesem Thema mit dem  NABU Krefeld, Fridays for Future Krefeld und der "Bürgerinitiative Erhaltung Naherholungsgebiet Elfrather See" - BIENE - zusammen.

Rechtsgutachten zur Surfparkplanung veröffentlicht

Nachdem die Stadt trotz zahlreicher Einwendungen an der Planung zum Surfpark festhielt, hat der BUND Landesverband  NRW ein Rechtsgutachten bei der Kanzlei Günther und Partner in Auftrag gegeben.

Verkehrskonzepte - die auch umgesetzt werden - sind für eine Verkehrswende notwendig.

Sport und Umwelt

Der BUND befürwortet sportliche Aktivitäten, soweit sie nicht zu einer Erhöhung der Umweltbelastung führen.

Im Rahmen einer UIG-Anfrage hat daher die Kreisgruppe Krefeld nach Umweltaspekten bei der Sportanlageninstandhaltung und - neuplanung gefragt.

 

weitere Aktivitäten gegen die Surfparkplanung

Ob Baumzählaktion, Demo, Pressemitteilungen oder weitere Recherche, der BUND Krefeld ist zu diesem Thema aktiv.

 

 

 

Stellungnahmen und Einwendungen

Der BUND hat sich schon sehr früh und in allen Verfahren mit der Planung beschäftigt und Stellungnahmen und Einwendungen schriftlich geltend gemacht.

 

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