weitere Aktivitäten zur Surfpark-Planung
2025-06-05 Pressemitteilung Klage gegen Surfpark wird vorbereitet
Die aktuell kurzfristig dem PLAMOS vorgelegten, teilweise geänderten Planungsunterlagen für den Surfpark ändern die Einschätzung von BUND nicht, sondern beinhalten zusätzliche Argumente für die Klage. Es handelt sich nach wie vor um ein überflüssiges, aus der Zeit gefallenes, umweltschädliches und kostentreibendes Projekt. Für das Prestigeprojekt wird ein unfassbar hoher Personalaufwand in mehreren Ämtern über 5 Jahre betrieben, während kommunale Pflichtaufgaben wie bspw. die Veröffentlichung des Kompensationsverzeichnisses nicht erfolgt oder die dringend notwendige Nachrüstung von Trinkwasser- und Abwasser-aufbereitung auf die nächste Generation verschoben werden.
Während einerseits Verwaltung und auch Unternehmer die Erreichung der Klimaziele betonen, wird andererseits durch eigens vergebene Gutachten bestätigt, dass diese Ziele mit den bisherigen Maßnahmen und dem viel zu langsamen Umsetzungstempo nicht erreichbar sind. Im Gegenteil werden immer mehr mobilitäts- und bauintensive Vorhaben seitens der Unternehmerschaft und der Verwaltung, insbesondere des Wirtschaftsdezernenten, gefordert und geplant, anstatt vorhandenes angemessen in Stand zu halten, Ressourcen zu bewahren und die Lebensqualität vor Ort z.B. durch weniger KFZ-Präsenz in der Stadt zu steigern.
Auch die Krefelder Flächenpolitik, die einen wesentlichen Einfluss nicht nur auf Umwelt und Klima, sondern z.B. auch auf Trinkwasser- und Nahrungsmittelverfügbarkeit hat, steht der Erreichung der Klimaziele und den Versorgungsaufgaben im Wege.
Nach wie vor gilt:
- Es handelt sich um ein klimaschädliches Projekt, das den im Rat verabschiedeten Klimazielen und den Umweltvorgaben widerspricht.
- Es handelt sich um Ressourcenverschwendung zugunsten eines Privatinvestors. Die Stadt wird an Gewinnen nicht beteiligt, muss aber Verluste hinnehmen, wenn der Investor seine Pacht oder zahlreichen Aufgaben nicht bezahlen kann.
- Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Vorhabenträgers ist nicht sichergestellt. Das Haftungsrisiko der Westsurf Management liegt lt. öffentlichen Informationsquellen bei 25.000 €.
- Der Arten- und Naturschutz wird nachhaltig beeinträchtigt: ein Schutz der in ihrer Art bedrohten Tiere wie bspw. Kiebitz oder Flussregenpfeifer wird durch die Planung nicht sichergestellt, 600 Bäume sind nicht ersetzbar, sondern tragen sofort zur Verschlechterung der Klimabilanz bei.
- An- und Abreise der mit PKW und Wohnwagen anreisenden Besucher verursachen hohe zusätzliche Treibhausgase und Straßenausbau, während allein schon Straßen-instandhaltung an anderer Stelle in der Stadt notwendiger wäre.
Die im September anstehenden Kommunalwahlen werden auch in Krefeld zeigen, wie sich ein solch klima- und umweltschädliches Projekt auf die Wahlentscheidungen auswirkt. Ein erstes Schriftstück für die Klage gegen den Surfpark wird aktuell vorbereitet für den Fall, dass es zu einem positiven Satzungsbeschluss für den Surfpark kommen sollte.
2023- 2025 Kompensation oder Ersatzmaßnahme
Die Frage nach möglichst gleichwertigem Ersatz für Bäume, die gefällt werden sollen, oder Flächen, die versiegelt werden sollen, ist sehr umstritten. Sie soll über eine Kompensation (Ersatzmaßnahme) erfolgen, die aber weder für lebendige Bäume noch für offene Flächen möglich ist: man kann nicht eine Fläche, die versiegelt werden soll, mit einer zusätzlichen Fläche, die noch nicht versiegelt ist, ersetzen. Es fehlt in jedem Fall eine weitere freie, versickerungsfähige Fläche oder ein weiterer Baum, der ansonsten zur CO2-Reduzierung in seinem jetzigen Umfang beitragen würde.
2022-08-15 Baumzählaktion
VertreterInnen von BUND Krefeld, NABU Krefeld und BIENE u.a. haben eine Sichtung des Baumbestandes am Elfrather See mit Hilfe von Kartenauszügen und Baumlisten aus dem Landschaftspflegerischen Fachbeitrag der Fa. ISR (S.56 ff), der Bestandteil der im Februar 2022 ausliegenden Unterlagen zur Änderung des Bebauungsplanes 836 vorgenommen.
Die Vergleiche vor Ort mit der o.g. Karte und einem Plan aus dem Baumkataster der Stadt Krefeld sowie den Listen haben ergeben, dass viel mehr Bäume als im o.g. Fachbeitrag gelistet auf den Flächen stehen, die für den Bau des Surfparks gefällt werden sollen (mind. 320 anstatt nur 290).
Messungen von Baumumfängen angeblich nicht unter die Baumschutzsatzung fallender Bäume offenbaren, dass doch mehr der durch die Baumschutzsatzung geschützten Bäume gefällt werden sollen.
Die Überprüfungen und Vergleiche verdeutlichten auch, dass es keine Übereinstimmung zwischen den Nummerierungen im Baumkataster und denen durch den Gutachter des Investors gibt.
Dies macht nicht nur deutlich, dass die Angaben des Antragstellers hinsichtlich der zu fällenden Bäume falsch sind, sondern dass auch das Baumkataster der Stadt Krefeld dringend vervollständigt werden muss. Denn hier handelt es sich nicht um Gegenstände, die im Hinblick auf die Verkehrssicherungspflicht beobachtet werden müssen, sondern um lebendige Bäume, die mit wachsendem Stammumfang immer größeren Wert für Umwelt und Stadt darstellen.
Zwar hat die Stadt inzwischen zugegeben, dass nahezu 100 Bäume mehr gefältl werden sollen. Wie und wo aber ein direkter Ersatz für diese lebendigen Bäume geschaffen werden soll, das ist immer noch unklar.