Um die Belastungen mit PFAS in Wasser, Boden und Luft in Krefeld und eventuelle, bereits angegangene Maßnahmen zu erfahren, stellten wir mehrere Anfragen an unterschiedliche Behörden. In drei Anfragen des BUND nach Umweltinformationsgesetz (UIG) an die kommunale Behörden versuchten wir, Informationen zu möglichen und vorhandenen PFAS-Belastungen und -quellen in Grund- und Oberflächenwasser sowie in Böden in Krefeld zu erhalten.
Da diese und andere Informationen zu potenziellen PFAS-Belastungen von der Stadt Krefeld anscheinend nur sehr begrenzt erhoben, uns gegenüber nur sehr unwillig vorgelegt, kaum veröffentlicht werden und die Umweltbehörde erst Maßnahmen ergreift, wenn sie Kenntnis über eine PFAS-Belastung erlangt, haben wir im Rahmen der Trinkwasserbeprobungsaktion des BUND-Bundesverbandes in Krefeld weitere Proben von (Privat-)Brunnenwasser und Oberflächenwasser genommen und in einem akkreditierten Labor auf PFAS untersuchen lassen.
Die Laborergebnisse erfordern unseres Erachtens nach ein sofortiges, beschleunigtes Handeln gemäß den Rechtsvorgaben nach Bodenschutz und Wasserhaushaltsgesetz, aber auch nach Lebensmittelvorschriften. (Link auf die Laborergebnisse)
Anfrage an die Umweltbehörde
zu Altlastenerfassung, -untersuchung und -behandlung auf dem Gebiet der Stadt Krefeld. Hier wurden u.a. konkrete Nachfragen zu PFAS-Belastungen gestellt.
Die Antwort der Umweltbehörde ist sehr allgemein gehalten. Lediglich eine Untersuchung im Zustrom der Trinkwassergewinnungsanlage Uerdingen wird erwähnt, die entsprechenden Daten sollen digital zur Verfügung gestellt werden. Systematische Untersuchungen auf PFAS, z.B. Abwasserkanälen, gab es bislang nicht. An den in unserer Anlage aufgelisteten Standorten potenzieller PFAS-Belastung nach geltenden Empfehlungen, Leitfäden, Erlassen etc. nach BBodSchG, WHG, TVO etc. wurden bislang jedenfalls keine PFAS-Untersuchungen durchgeführt, obwohl über das Wasserversorgungskonzept bereits eine Belastung in Trinkwasserbrunnen Uerdingen nachgewiesen werden konnte.
Anfrage an die Untere Wasserbehörde
zu den Untersuchungsergebnissen zur PFAS-Belastung in Grund- und Rohwasser auf dem Gebiet der Stadt Krefeld (Punkt 7 in einer größeren Anfrage zu unterschiedlichen Themen).
Antwort der UWB: anstehende Grundwasseruntersuchungen würden – aufgrund der medialen Berichterstattung – punktuell auch auf PFAS erweitert werden. Diese Untersuchungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen, außerdem könnten diese Daten nur nach Zustimmung der Grundstückeigentümer*innen zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren wird auf die Wasserversorgungsunternehmen verwiesen.
Anfrage an die Untere Bodenschutzbehörde
zu Boden- und Grundwasseruntersuchungen an Altstandorten und Altablagerungen an der Auffahrt zur Rheinbrücke / Ausbau der B 288